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Von der Angst ins Vertrauen

Manchmal ist das Leben angsteinflößend. Wie du dich der Angst stellst.
Von der Angst ins Vertrauen

Manchmal kommt sie einfach aus dem Nichts. Die Angst kann zum ständigen Begleiter werden, was sehr belastend sein kann. Wo sie herkommt und wie man der Angst den Kampf ansagt.

Angst als Schutzgefühl

Sie lässt mich oft hochschrecken, in der Nacht oder tagsüber am Schreibtisch. Sie ist wie eine große, eklige Schnecke, die sich um meinen Nacken legt und es mir schwerfallen lässt zu atmen. Die Angst. Sie raubt mir den Schlaf, verdirbt mir die Laune, lässt mich meine Koffer packen und alle Zelte abreißen – ich würde so gerne aus dem Haus gehen und all die Dinge tun, die man eben so macht, aber irgendwie traue ich mich oft nicht. Ich wünsche mir Stille in meinem Herzen, aber die Angst schenkt mir stattdessen ein beklemmendes Gefühl.


Das Gefühl der Angst soll uns eigentlich schützen, es schickt uns in einen Kampf- oder Fluchtmodus, trimmt uns und unseren Körper in kürzester Zeit auf Höchstleistung – das ist die Aufgabe der Angst. In leichter Form kann sie ein Lust bringendes Gefühl sein, wie bei einem Horrorfilm oder einem Bungee-Sprung. Leichte Formen der Angst sind auch solche, wie sie die meisten Menschen verspüren, wenn sie sich vor etwas Realem oder auch vor etwas Nicht-Realem fürchten. Ausgelöst werden kann die Angst aus verschiedenen Situationen, Impulsen oder Gedanken heraus. Es wird auch unterschieden zwischen phobischer Angst, welche an bestimmte Situationen oder Gegenstände gebunden ist, oder panischer Angst, die aus heiterem Himmel auf uns einbricht. 


In der Regel ist Verlass auf diese in uns verankerte Abwehrleistung; auch beim bloßen Gedanken an Gefahr schaltet sie sich ein. Doch gibt es einen gewichtigen Unterschied zwischen der realen und der potenziellen Angst:  Ängste, die – zumindest zu dem Zeitpunkt – unbegründet sind, schränken die Lebensführung einer Person immens ein und hindern sie daran, rational und logisch zu denken und zu handeln. Ständig Angst vor der Zukunft zu haben zum Beispiel, vor dem, was passieren könnte, oder davor, dass etwas Schlimmes passieren könnte, hindert maßgeblich an einem ausgeglichenen Lebensgefühl. Wenn ich mich minütlich frage, ob ich gut genug bin, für meinen Job oder als Freundin, als Tochter oder Mitmensch, dann bin ich stets verwickelt in meinen Gedanken, so dass ein authentisches, fröhliches Dasein fast unmöglich ist.  

Wenn Angst schädlich wird

Angst löst körperlich ähnliche Reaktionen aus wie Stress: Der Hypothalamus, ein Teil des Zwischenhirns, kontrolliert unter anderem die Bildung des Stresshormons Kortisol, das den Fett-, Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel reguliert. Die Nebenniere produziert vermehrt Adrenalin und Noradrenalin, die wiederum innerhalb von Sekunden die Energiebereitstellung des Körpers beschleunigen: Die Herzfrequenz und der Blutdruck steigen, dadurch werden die Muskeln stärker durchblutet, das Gehirn jedoch wird quasi „ausgeschaltet".  Ein solches Körpergefühl ist bei gesunder Angst in tatsächlich angsteinflößenden Situationen noch nicht schädlich für Körper und Geist – bei allgegenwärtiger Angst kann es das allerdings werden. 

Frau hat Angst

 

Verspürt ein Mensch ständig und überall potenzielle Angst oder auch Angst vor der Angst, kann dieses sonst so hilfreiche, affektive Gefühl zu einem ungesunden werden. Hat sich dieses ängstliche Denken bei einer Person zu einer festgesetzten und sich wiederholenden Spirale entwickelt, spricht man von einer Angststörung. Die betroffenen Menschen machen sich über lange Zeiträume hinweg Sorgen über bedrohliche Ereignisse, die bevorstehen könnten und vor allem mit Sicherheitsfragen zu tun haben, wie Krankheit, Tod, Freundschaften oder Finanzen.

Bei mir persönlich geht es stets um eine Art von Verlustangst. Ich habe Angst, dass ich so wenig Kontrolle über Ereignisse habe, welche mir im Zweifel etwas mir so Wichtiges nehmen können. Es fühlt sich an wie ein permanenter State of Emergency, als wäre in meinem Kopf ständig eine Stimme, die mir erklärt, dass die Welt gefährlich ist. Das ist anstrengend. Und es gibt wenig Dinge oder Momente, die mich davon abbringen, darüber nachzudenken. Jeder von uns verspürt Angst irgendwann und irgendwie, sicher und glücklicherweise nicht so stark, wie ich sie manchmal spüre. Meine Angst ist eine sehr lähmende, starke Angst. Für jede Form der Angst gibt es aber Wege aus ihr heraus und hinein in ein Vertrauen. In ein Grundgefühl, dass irgendwie schon alles weitergehen wird. 

Es ist kein auswegloser Kampf, den man als ängstlicher Mensch führt. Neben einer (sicher zu empfehlenden) Psychotherapie gibt es noch weitere Wege, aus der Angst ins Vertrauen zu kommen. Die grundlegende Voraussetzung hierfür ist eine innere Balance: ein Vertrauen darin, dass schon alles so kommen wird, wie es kommen soll. Das ist nicht leicht, wenn man sich doch immer nur das Beste für sich und andere wünscht, während es in einem selbst so aussieht wie im Maschinenraum eines untergehenden Schiffes. Dass die Welt noch dazu tatsächlich nicht das Paradies ist und vielerorts wirklich Schreckliches passiert, vor dem man berechtigterweise Angst haben kann, ist ein schwer zu ignorierender Fakt. Trotzdem kann man sich an all die Dinge im Leben halten, die einem Sicherheit geben, wie persönliche Beziehungen oder das eigene Dach über dem Kopf, die Tatsache, dass wir in einem recht sicheren Land leben oder sich daran erinnern, dass wir sehr privilegiert leben.  

Sport gegen die Angst 

Es ist festgestellt worden, dass regelmäßige körperliche Betätigung maßgeblich dazu beiträgt, einer angstvollen Person zur Ruhe zu verhelfen. Wissenschaftliche Studien machen deutlich, dass körperlich aktivere Menschen ein geringeres Risiko haben, eine Angsterkrankung zu entwickeln und in einer Angststörung seltener schwere Symptome entwickeln. Umgekehrt ist körperliche Inaktivität ein Risikofaktor für die Entstehung von Angststörungen. Sport kann also nicht nur vorhandene Symptome lindern, er schützt uns auch davor, überhaupt eine Angsterkrankung zu entwickeln. Es gibt weiterhin eine Reihe von Nährstoffen, an denen es Angstpatienten typischerweise mangelt, darunter etwa Vitamin B12 und Vitamin C. Angst ist ein extrem komplexes Zusammenspiel aus körperlichen, emotionalen und geistigen Faktoren, so viel ist klar.


Ins Vertrauen, dahin will ich irgendwie kommen. An den Punkt, an welchem mir zwar bewusst ist, was Sache ist und dass ich vorsichtig sein muss, aber an welchem mir die Tatsache nicht mehr die Luft zum Atmen nimmt. Manche Gespräche erlauben mir, meine Gefühle und Ängste auszusprechen, und das hilft mir immens. Ebenfalls hilft es, den Leuten, die mir viel bedeuten, so oft es geht zu sagen, dass sie das tun. 


Menschen, die für ängstliche Personen einen Raum der Geborgenheit schaffen, sind sehr wertvoll. Kontrolle loszulassen, um im Vertrauen zu landen, gelingt durch Ruhe – durch ein bewusstes Hinsetzen mit sich selbst und mit der Fähigkeit, den Moment zu genießen. Das gelingt vielleicht auch durch Meditationen, durch das Auseinandersetzen mit Stille und mit sich und seinem Körpergefühl. Oder aber es passiert in manchen Fällen mit fortschreitendem Alter. 


Angst kann vererbt werden 


Angst ist nicht unnötig. Sie hat ihre Daseinsberechtigung und soll angenommen werden, wenn sie uns vor etwas beschützen will. Doch sobald sie beginnt, uns an Erlebnissen zu hindern, die uns vorantreiben oder emotional reicher machen können, müssen wir anfangen, die Angst, die uns im Nacken sitzt, an ihrem eigenen zu packen. Wir müssen aufstehen und tief atmen, müssen uns schütteln und uns sagen: „Alles wird gut“. Warum es manchen Leuten (wie mir!) so schwerfällt, das zu glauben, weiß ich nicht genau, manche haben einfach etwas Pech. Eine genetische Dysfunktion im Gehirn kann ebenfalls dazu beitragen: Wenn zum Beispiel ein Eltern- oder sogar Großelternteil mit viel Angst zu kämpfen hatte, kann dies emotional über Generationen weitervererbt werden. Die Gene legen bis zu einem gewissen Grad fest, wie das Gehirn neuropsychologisch arbeitet und auch wie sensibel jemand für Angst ist. 

Why the constant fear?

 

Das zu wissen, beruhigt mich auf eine Art und Weise sehr. Vielleicht ist es gar nicht mein Leben und dessen Umstände, die mir so viel Angst machen, sondern die Last meiner Vorfahren. Auch wenn das sehr wohl auch traurig und schwer ist.


Angst vor dem Versagen ist ebenfalls ein großes Thema in unserer Gesellschaft. Während der eine so und die andere so arbeitet, lebt und voranschreitet, gibt es doch das eine Bild von einem „funktionierenden“ Menschen. Darunter leiden Menschen, die diesem Druck nicht standhalten und Angst haben, nicht hinterherzukommen. Sie versuchen dann, sich zusammenzureißen oder leiten Maßnahmen ein, die dafür sorgen sollen, dass man besser „funktioniert“. Dass alles, was momentan auf dieser Welt und vor allem auch in den letzten beiden Jahren passiert, eine allgegenwärtige Angst begünstigen kann, ist wahrscheinlich. Überforderung und Stress, neue Umstände und gefährliche Situationen lassen unsere Körper denken, wir sind in Gefahr. Dafür können wir auf jeden Fall Verständnis aufbringen und unserer Angst, egal ob sie stark oder subtil ist, mit etwas mehr Güte und Liebe entgegengehen: Sie annehmen, wenn sie da ist, ihr gegenüber stehen und ihr tapfer ins Gesicht blicken. Lasst uns uns selbst etwas mehr Geduld geben und auch den Raum, Angst zu haben – aber nicht so viel, dass es uns die vielfältige Schönheit im Leben nimmt. 



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