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Nervennahrung - in space!

Wie Du mit Adaptogenen Stress abpuffern kannst

Nervennahrung - in space!

Für die Kraft der Natur haben sich im 20. Jahrhundert nicht nur Hippies und Aussteiger interessiert, sondern auch eine Sparte, die man sonst eher mit „High-Tech“ verbindet: die frühe Raumfahrt. Besonders die sowjetische Biomedizin wollte alten, bewährten naturheilkundlichen Erkenntnissen auf die Spur kommen – weil sie Kosmonauten fürs Weltall rüsten wollte. Die Frage dahinter: Wie kann man Menschen, die sich einer absolut unvorhersehbaren Welt aussetzen, dauerhaft stark und widerstandsfähig machen – so stark, dass sie auch in undenkbaren Situationen Herr der Lage bleiben?

Auch heute und auf der Erde verhalten wir uns gerne mal so, als wären wir auf großer Fahrt im Weltraum – mit fünf Aufgaben gleichzeitig beschäftigt, noch in der Freizeit im Optimierungsmodus und ständig in Alarmbereitschaft für die nächste E-Mail. Dabei fügt nichts Deinen Zellen so sehr Schaden zu wie Stress: Entzündungen entstehen, die Organe sind überlastet, die Regenerationsfähigkeit lässt nach. Die allerbeste Pflege für Deine Zellen ist im Umkehrschluss Stressvermeidung – aber das ist mit dem Leben oft genauso wenig vereinbar wie mit einem Flug zum Mond. Gut also, dass das Space Age uns ein paar Hinweise darauf hinterlassen hat, mit welchen natürlichen Stoffen wir uns so auf fordernde Zeiten einstellen können, dass sie uns weniger leicht aus der Bahn werfen.

Die Pflanzenstoffe, um die es hier geht, heißen „Adaptogene“ – von „adapt“ wie „anpassen“.  Und so wirken Adaptogene auch im Körper: Sie helfen, rasch zwischen Ruhe- und Stressmodus umzuschalten. Denn Stressbewältigung und -resistenz zeichnet sich nicht dadurch aus, dass man Stress komplett vermeidet. Stattdessen definiert sich ein kraftvoller Organismus dadurch, dass er Stresssituationen, die Aufmerksamkeit und Reaktionsschnelligkeit erfordern, blitzartig erkennt und meistert – dann aber ebenso rasch wieder in einen Entspannungszustand zurückfindet und sich dem Reservenaufbau, der Verdauung und den Alltagsvergnügungen widmet: um wieder schnell aufdrehen zu können, wenn die nächste Überraschung um die Ecke kommt.

Adaptogene helfen Dir also, angemessen auf die aktuelle Reaktion zu reagieren: Wenn Du Antrieb und Kraft brauchst, geben sie Dir den nötigen Schub, wenn Du hibbelig und nervös bist, helfen sie Dir, runterzukommen. Das ist auch deswegen so fantastisch – und zeitgemäß – weil Adaptogene erst in wirklich herausfordernden Situationen ihre ganze Wirkung zeigen. Koffein, Zucker und andere Putschmittel treiben Deine Körperfunktionen auch dann hoch, wenn es die Situation vielleicht gar nicht erfordert. Adaptogene machen im Gegenteil leistungsfähiger, indem sie dafür sorgen, dass wir auch in Stresssituationen einen klaren Kopf behalten – unter anderem, indem sie die Ausschüttung von Stresshormonen reduzieren. Wir reagieren nicht fahrig und aktionistisch auf jedes E-Mail-Signal, sondern können mit Ruhe und Intuition entscheiden, was jetzt in diesem Moment die meiste Aufmerksamkeit erfordert.

Ginseng ist eine adaptogene Pflanze

Wie puffere ich Stress am Besten ab? 4 Tipps

  • 1: Das Adaptogen schlechthin: Ginseng – Unsere adaptogene Pflanze Nummer eins ist der Ginseng: Den traditionellen Naturheilkunden gilt er als Immun-Stärker, Stress-Senker, Muntermacher und (im Fall des roten Ginsengs) als Potenz-Steigerer. Wir verwenden in sämtlichen INJU-Produkten einen Extrakt aus weißem Ginseng, den wir aus getrockneten Wurzeln selbst herstellen.
  • 2: Das Adaptogen der Stunde: Ashwaganda – Ashwaganda ist aktuell in aller Munde; vielleicht weil wir als Gesellschaft so nervös sind. Bisweilen wird das Adaptogen auch „Schlafbeere“ genannt – denn im Ayurveda wird es gerne gegen Schlafstörungen eingesetzt und um nervöse Gemüter zu beruhigen. Die Früchte ähneln der Physalis und sind entgegen ihrem exotischen Namen auch in Südeuropa verbreitet.
  • 3: Kein Adaptogen, aber astrein: Stressreduktion – Wir könnten hier noch eine ganze Reihe anderer Adaptogene vorstellen, von Schisandra über Rosenwurz und Maca bis zum Cordyceps-Pilz (den wir ziemlich gruselig finden, weil er als Parasit Raupen befällt, denen er dann aus dem Kopf wächst). Aber wir raten Dir lieber dazu, Deinen Stress nicht nur reaktiv anzugehen: Überprüfe mal, welchen Stress Du wirklich nicht vermeiden kannst und deshalb wegpuffern musst – und auf welchen Du gut verzichten könntest. Und versuche im zweiten Schritt, Dich nicht allein auf Substanzen zu verlassen, sondern auch stressreduzierende Routinen in Deinen Alltag einzubauen: eine Viertelstunde Meditation täglich, bildschirmfreie Tage oder regelmäßige Saunagänge… Nichts ist so heilsam wie Ruhe!
  • 4: Jenseits von Anpassung: Nervennahrung – Was genau uns wie stark stresst, hängt ja nicht nur vom Stress-Auslöser ab, sondern auch davon, wie fein unsere Stress-Sensoren eingestellt sind. Einfacher gesagt: Wie stark wir Stress als solchen wahrnehmen, ist auch eine Frage des Nervenkostüms. Das lässt sich mithilfe von Tipp 3 gut regenerieren und zusätzlich ganz klassisch und unexotisch stärken, und zwar mit Mineralien und Vitaminen: mit Calcium, Magnesium, Kalium, Kupfer und Jod, mit B-Vitaminen und mit dem guten alten Vitamin C.

Noch mehr verstehen: Wie Stress im Körper entsteht und wie Adaptogene ihn mildern

Um zu verstehen, warum die „Adapt“-Eigenschaft der Adaptogene so gut gegen Stress hilft, muss man wissen, wie Stress funktioniert. Stress betrifft den gesamten Organismus und wird über zwei Teile unseres vegetativen Nervensystems reguliert: den Sympathikus und den Parasympathikus. Diese zwei großen Nervenbündel sind Gegenspieler. Der Sympathikus regelt alles, was mit akuter Aktivität zu tun hat: Er erhöht die Herzfrequenz, schüttet Nährstoffe ins Blut aus und aktiviert die Schweißdrüsen – er sorgt also dafür, dass wir auf eine unmittelbare Stresssituation reagieren können. Der Parasympathikus ist demgegenüber das Entspannungs-System oder der „Ruhenerv“: Sobald wir zur Ruhe kommen, fährt er die Verdauung hoch, verlangsamt die Atmung und kurbelt Regenerations- und Aufbauprozesse an.

Nur wenn die beiden Systeme im Gleichgewicht sind, nutzen wir unsere Ressourcen optimal. Adaptogene helfen genau bei diesem Ausgleich, indem sie den Para/Sympathikus-Wechsel unterstützen. Neben der Frage, wie gut man zwischen den beiden Systemen wechseln kann, ist aber auch noch relevant, ob überhaupt eine Ausgewogenheit zwischen den beiden Systemen besteht.

Ashwaganda ist ein potentes Adaptogen

Unser mehrfachbelasteter Alltag mit einem hohen Arbeitspensum, verschiedensten Verpflichtungen und selbst einer Freizeit, die noch von To Dos und Leistung bestimmt wird, sorgt aber für eine permanente Aktivierung des Sympathikus. Der Krimi, den wir abends dann „zum Runterkommen“ einschalten, setzt uns selbst dann unter Stress, wenn wir passiv vor dem Bildschirm hängen. An die Aktivierung des parasympathischen Systems ist dann selbst in körperlich ruhigen Momenten nicht zu denken. Hier überdecken Adaptogene allein nur die Symptome – hier geht es dann tatsächlich darum, in die Ruhe zu finden, mit Entspannungsroutinen. Und die zu etablieren, lohnt sich auf lange Sicht ganz erheblich: Denn wenn uns das ganze Programm von Kopfschmerzen über Muskelanspannung bis hin zu Verdauungsproblemen plagt, stecken oft das vegetative Nervensystem und der daueraktive Sympathikus dahinter – Stress macht krank. Er ist der gravierendste Risikofaktor für chronische Erkrankungen im 21. Jahrhundert. Deshalb: Jetzt schon mal in den Kalender schreiben, dass Du heute Abend in die Badewanne gehst. Und eine Meditationsroutine etablieren. Für Astronaut*innen-Fitness!

 

Bilder: Filmstill aus Kosmicheskiy Reys (gemeinfrei), Ginseng (INJU), Ashwaganda (J. Sibthrop, J.E. Smith, gemeinfrei)

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